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Struktur & Inhalt eines Netzwerks "kritische Medien"
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Maintainer: Jens Herrmann, Version 1, 13.07.2002  Druckversion
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Status: Aktiv

[Alle Kommentare ausblenden] (1) Was mit der Grafik Netzwerk „kritische Medien“ (PDF-Datei, die Ihr zunächst auf www.kritischemedien.tk runterladen und anschauen müßt) gemeint sein könnte - die (arg verspätete) Erklärung zu den Kreisen und Linien Erst mal kommt hier ein Intro und dann Punkte, die uns wichtig erschienen.

INTRO

[Alle Kommentare ausblenden] (2) Als wir am Sonntagabend im Park saßen, um unsere kluge Grafik vom letzten Treffen mit Erläuterungen zu schmücken, merkten wir, dass wir eigentlich gar keine Lust hatten, zu jedem Detail zu schreiben, was wir uns genau dabei denken; zumal wir auch nicht überall derselben Meinung sind. Diese Grafik haben wir uns als Anregung gedacht, was ein Netzwerk von Menschen, die sich für kritische Medien kritisch interessieren oder in diesem Bereich so kritisch wie es geht arbeiten, beinhalten könnte. Die Grundidee ist erst mal, dass sich verschiedene Formen der Arbeit/Auseinandersetzung mit Medien, sowie Menschen in- und außerhalb der medialen Produktion, gut ergänzen & unterstützen können. Hier ein paar Gedanken, die uns WICHTIG ERSCHIENEN

1. Öffentlich, statt privat:

[Alle Kommentare ausblenden] (3) Information ist ein öffentliches Gut, das allen gehört. Deshalb erscheint es uns als wesentliche Grundbedingung für die Zusammenarbeit, dass es nicht um das Horten, sondern das Teilen und Mitteilen von Info geht (quasi copyleft statt copyright). Die aus dem Zusammenhang des Netzwerks heraus verbreitete Info sollte frei zur nichtkommerziellen Weiterverwendung sein, kapitalistisches Ausschlachten um des Profits willen fanden wir nicht prickelnd. (wie damit umgehen, wenn die einen für sich allein Schotter machen wollen und die anderen wollen infos möglichst weit streuen? Wo sind da grenzen zu setzen?)

2. Kein Rosinenpicken zulassen (betrifft v.a.. die Recherche):

[Alle Kommentare ausblenden] (4) Es klingt erst mal wie ein Widerspruch zu 1., aber wichtig fanden wir, dass die Kollektive, die in Recherchen zusammenarbeiten, die Infos untereinander austauschen, nach außen hin aber Informationen zurückhalten, so lange sie es für richtig halten; dass sie also selbst bestimmen, was mit der in der Gruppe erarbeiteten Information geschieht (Welche Information geht raus und wann?). Das hieße z.B., dass in einen Info-pool im Netz, auf den alle offen zugreifen können, nicht immer alle Informationen kommen (ist von Fall zu Fall zu entscheiden). Oft dürfte es klug sein, zu bestimmten Themen gar nicht öffentlich werden zu lassen, dass Leute recherchieren (z.B. Fascho-Sachen, Repression/Bullen, und einiges mehr). Die wichtigsten Gründe, den Kreis der Informierten während einer Recherche klein und überschaubar zu halten, können sein: Schutz von Leuten, die Informationen geben; Schutz von Leuten, die Informationen sammeln (d.h. die Gruppe selbst); verdeckte Recherche überhaupt erst möglich; Ausschlachten der Themen durch Kommerz-Heinis, die sich Rosinen ( = sensationelle Sachen) rauspicken, aber gesellschaftskritische Aspekte ausblenden, wird erschwert.

3. „Öffentlichkeit“ und „Medien“

[Alle Kommentare ausblenden] (5) Das sind wohl sehr offene Begriffe, die nach Einschätzung der beiden u.g. Parkbesucher weit ausgelegt werden können, zum Beispiel kann das reichen vom Schreien/Reden auf dem Alex, über Wandzeitungen, Medien des SFB, Internet -Radio indymedia, Luftballons mit Karten dran (in Windrichtung, falls mensch irgendwo nicht hingehen kann) und unendlich viel mehr. Auch wenn es um das Plazieren/Anbringen von links-emanzipatorischen Inhalten geht., kann mensch eine solche Palette von Medien nutzen (?!?).

4. Miteinander statt übereinander diskutieren

[Alle Kommentare ausblenden] (6) Die Medienkritik ist ein gutes Gegengewicht zu den MacherInnen (damit sie nicht abheben, wie Daniel so schön sagte; das ist jedenfalls die Meinung von Andreas). Es würde aber nicht viel bringen, wenn KritikerInnen und MacherInnen nur ÜBEReinander diskutieren, aber nicht MITeinander. Aus der Kritik können gute Ideen für Plazieren, Kommunikationsguerilla (und Recherche) entstehen.

5. Schön fanden wir die Idee des Schaffens freier Medien:

[Alle Kommentare ausblenden] (7) Gedacht haben wir an Merkmale von Freiheit wie - Hierarchiefreiheit nach innen und außen - Freies/Offenes Publizieren - frei von Rassismus - frei von Sexismus - und frei von Kapitalismus Die Hoffnung ist nicht zuletzt, dass bei anderen Arbeitsformen in so genannten „freien Medien“ die gesellschaftliche Veränderung schon in einem kleinen Rahmen angefangen werden kann, sozusagen als Vorversuch für eine freie und kreative Gesellschaft. Unsere Idee und Hoffnung ist, einen Vorschlag zu machen, an dem wir gemeinsam weiterbasteln können, Dinge anbauen, umbauen oder auch abreißen.




Quelle: http://www.opentheory.org/kritische-medien/text.phtml
(Last Software Update: 13.07.2002, 00:35)